Arthrose (Gelenkverschleiß) beim Pferd
Bewegungsapparat OP: Niedrig

Arthrose (Gelenkverschleiß)

Osteoarthritis

Arthrose ist eine chronische, degenerative Gelenkerkrankung, bei der Gelenkknorpel abgebaut wird. Sie tritt häufig im Sprunggelenk (Spat), Fesselgelenk und Hufgelenk auf. Arthrose ist die häufigste Ursache für Lahmheit bei älteren Pferden.

Betroffener Bereich Gelenke, Sehnen & Beine
OP-Kosten ohne Schutz bis 5.000 €

Kosten ohne Versicherung

500–5.000 EUR

Durchschnitt: 1.500 EUR

OP-Wahrscheinlichkeit

Niedrig

Wie oft die Erkrankung operiert werden muss

Saisonale Häufung

ganzjährig

Kein saisonaler Schwerpunkt

Was ist Arthrose (Gelenkverschleiß)?

Bei Arthrose baut sich der glatte Gelenkknorpel nach und nach ab. Normalerweise wirkt er als Puffer und Gleitfläche, fehlt er, reiben die Knochenenden zunehmend direkt aufeinander. Der Körper reagiert mit Entzündung, Knochenzubildungen (Osteophyten) und einem Umbau des ganzen Gelenks. Weil sich Pferdeknorpel kaum regeneriert, schreitet der Verschleiß langsam, aber stetig fort. Deshalb geht es in der Behandlung nicht um Heilung, sondern darum, das Gelenk beweglich und möglichst schmerzarm zu halten.

Symptome

  • Steifheit (besonders morgens oder nach Ruhephasen)
  • Lahmheit (warm laufbar)
  • Gelenkschwellung
  • Reduzierte Beweglichkeit
  • Widersetzlichkeit bei bestimmten Lektionen
  • Leistungsabfall

Ursachen

  • Natürlicher Verschleiß im Alter
  • Fehlstellungen der Gliedmaßen oder Hufe
  • Frühere Gelenkverletzungen oder Chips (OCD)
  • Dauerhafte Überlastung durch Sport oder harten Boden
  • Übergewicht als zusätzliche Last für die Gelenke
  • Ungünstiger oder unregelmäßiger Hufbeschlag

So stellt der Tierarzt die Diagnose

1Beugeprobe2Leitungsanästhesie3Röntgen4Ultraschall5MRT (bei unklaren Fällen)

Behandlung: der typische Weg

Konservative Behandlung

Regelmäßige moderate Bewegung, Schmerzmittel (Phenylbutazon), Gelenkinjektionen (Hyaluronsäure, Kortison), Futterzusätze (MSM, Glucosamin), Akupunktur, Physiotherapie.

Operative Behandlung

Arthroskopie bei Chips oder freien Gelenkkörpern. In seltenen Fällen: Arthrodese (Gelenkversteifung) bei schwerem Spat.

Nachsorge

Lebenslange Bewegungstherapie, regelmäßige Schmerzmanagement-Kontrollen, angepasstes Reitprogramm.

Prognose

Arthrose ist nicht heilbar, aber gut managebar. Die meisten Pferde können bei gutem Schmerzmanagement noch viele Jahre genutzt werden, oft mit angepasster Intensität.

Besonders betroffene Rassen

Diese Rassen erkranken statistisch häufiger, grundsätzlich kann es aber jedes Pferd treffen.

Vorbeugung

Gesunde Aufzucht (Fohlen)
Angepasstes Training
Gewichtskontrolle
Guter Hufbeschlag
Frühe Behandlung von Gelenkproblemen
Gelenkfutter-Ergänzungen bei Risikorassen
Das bedeutet es für deine Versicherung

Arthrose ist ein Langzeitthema. Die OP-Versicherung greift bei Arthroskopien und Arthrodesen. Die laufende konservative Behandlung fällt unter die Krankenversicherung.

Häufige Fragen

Kann man Arthrose beim Pferd heilen?

Nein, der Knorpelabbau lässt sich nicht rückgängig machen, weil sich Gelenkknorpel beim Pferd kaum regeneriert. Ziel der Behandlung ist deshalb, das Gelenk beweglich und möglichst schmerzarm zu halten, etwa mit Gelenkinjektionen, Physiotherapie und regelmäßiger moderater Bewegung. Mit gutem Management können die meisten Pferde noch viele Jahre geritten werden, oft mit angepasster Intensität.

Was kostet die Arthrose-Behandlung beim Pferd?

Gelenkinjektionen mit Hyaluronsäure oder Kortison kosten 200 bis 500 EUR pro Behandlung und müssen oft wiederholt werden. Kommt eine Arthroskopie dazu, etwa um Chips zu entfernen, liegst du bei 4.000 bis 6.000 EUR. Für die laufende Therapie mit Schmerzmitteln, Futterzusätzen und Kontrollen solltest du je nach Schweregrad mit 500 bis 1.500 EUR pro Jahr rechnen.

Ab welchem Alter bekommen Pferde Arthrose?

Typischerweise ab dem 15. Lebensjahr, grundsätzlich kann Gelenkverschleiß aber in jedem Alter beginnen. Sportpferde mit hoher Belastung, Pferde mit Fehlstellungen oder früheren Gelenkverletzungen entwickeln oft deutlich früher Veränderungen. Achte auf erste Anzeichen wie Steifheit nach Ruhephasen und lass Auffälligkeiten früh abklären, je eher behandelt wird, desto länger bleibt das Gelenk nutzbar.

Kann ich ein Pferd mit Arthrose noch versichern?

Ja, ein Abschluss ist grundsätzlich möglich, allerdings schließen Versicherer die bereits betroffenen Gelenke als Vorerkrankung vom Schutz aus. Alle anderen Erkrankungen und Operationen bleiben versichert, etwa eine Kolik-OP oder ein Sehnenschaden. Genau deshalb lohnt es sich, Pferde möglichst früh zu versichern, bevor erste Diagnosen in der Krankenakte stehen.

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