Hornhautgeschwür (Ulcus corneae)
Ulcus corneae
Ein Hornhautgeschwür ist eine Schädigung der Hornhautoberfläche, die durch Verletzungen (Heuhalme, Äste), Infektionen oder Fremdkörper entsteht. Ohne Behandlung kann ein Hornhautgeschwür zur Perforation des Auges und Erblindung führen.
Kosten ohne Versicherung
Durchschnitt: 2.500 EUR
OP-Wahrscheinlichkeit
Wie oft die Erkrankung operiert werden muss
Saisonale Häufung
Jahreszeit mit erhöhtem Risiko
Was ist Hornhautgeschwür (Ulcus corneae)?
Ein Hornhautgeschwür ist ein offener Defekt in der äußersten, durchsichtigen Schicht des Auges. Meist beginnt es mit einer kleinen Verletzung durch einen Heuhalm, Ast oder Fremdkörper, in die dann Bakterien oder Pilze eindringen. Diese Erreger können das Gewebe rasch weiter zersetzen, sodass das Geschwür in die Tiefe wächst. Im schlimmsten Fall bricht die Hornhaut durch und das Auge ist nicht mehr zu retten. Weil Pferdeaugen schlecht heilen und schnell schmerzhaft entzünden, zählt hier jede Stunde.
Symptome
- Zugekniffenes Auge
- Tränenfluss
- Trübung der Hornhaut
- Lichtempfindlichkeit
- Schwellung der Augenlider
Ursachen
- Verletzung durch Heuhalme, Äste oder Stroh
- Fremdkörper unter dem Augenlid
- Schläge oder Stöße gegen das Auge
- Bakterielle oder Pilz-Infektion der Wunde
- Reizung durch Staub, Fliegen und trockene Luft
- Vorbestehende Bindehautentzündung
Ein zugekniffenes, tränendes oder getrübtes Auge ist immer ein Notfall, ruf noch am selben Tag den Tierarzt. Unbehandelt kann ein tiefes Geschwür innerhalb weniger Tage zum Verlust des Auges führen.
So stellt der Tierarzt die Diagnose
Behandlung: der typische Weg
Konservative Behandlung
Antibiotische Augentropfen (alle 2 bis 4 Stunden), Atropin, Serum-Augentropfen bei tiefen Geschwüren, Schmerzmittel.
Operative Behandlung
Bei tiefen oder perforierenden Geschwüren: Bindehautflap, Amnionmembran-Transplantation, Keratoplastik.
Nachsorge
Tägliche Augenkontrolle, Fliegenmaske, staubfreie Umgebung. Behandlung über 1 bis 4 Wochen.
Prognose
Oberflächliche Geschwüre heilen gut. Tiefe oder infizierte Geschwüre können das Sehvermögen gefährden. Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose für die meisten Pferde gut.
Vorbeugung
Hornhautgeschwüre können eine teure Augen-OP erfordern. Die OP-Versicherung deckt chirurgische Eingriffe am Auge ab.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich ein Hornhautgeschwür bei meinem Pferd?
Warnzeichen sind ein zugekniffenes, tränendes Auge, eine milchige Trübung der Hornhaut und Lichtempfindlichkeit. Dahinter steckt ein offener Defekt in der Hornhaut, in den Bakterien oder Pilze eindringen und das Gewebe rasch zersetzen können. Warte deshalb nicht ab: Ein Augenproblem beim Pferd ist immer ein Notfall, ruf noch am selben Tag den Tierarzt.
Was kostet die Behandlung eines Hornhautgeschwürs?
Die Spanne reicht von 500 EUR für ein oberflächliches Geschwür mit Augentropfen-Therapie bis zu 8.000 EUR bei tiefen Defekten. Teuer wird es, wenn operiert werden muss, etwa mit einem Bindehautflap oder einer Amnionmembran-Transplantation. Auch die intensive Nachbehandlung kostet, denn die Tropfen müssen anfangs alle 2 bis 4 Stunden ins Auge gegeben werden.
Deckt die OP-Versicherung Hornhautgeschwüre ab?
Ja, chirurgische Eingriffe am Auge wie Bindehautflap, Amnionmembran-Transplantation oder Keratoplastik sind Leistungsfälle der OP-Versicherung. Die konservative Behandlung mit Augentropfen und Schmerzmitteln fällt dagegen in den Bereich der Krankenversicherung. Gerade weil tiefe Geschwüre schnell mehrere tausend Euro kosten können, lohnt sich der Blick in die Tarifbedingungen.
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