Kehlkopfpfeifen (Recurrensparese)
Hemiplegia laryngis
Kehlkopfpfeifen entsteht durch eine Lähmung des linken Kehlkopf-Stellknorpels. Der Atemweg wird unter Belastung eingeengt, was zu einem pfeifenden Geräusch beim Einatmen und Leistungsabfall führt. Besonders häufig bei großen Warmblütern.
Kosten ohne Versicherung
Durchschnitt: 4.000 EUR
OP-Wahrscheinlichkeit
Wie oft die Erkrankung operiert werden muss
Saisonale Häufung
Kein saisonaler Schwerpunkt
Was ist Kehlkopfpfeifen (Recurrensparese)?
Beim Kehlkopfpfeifen ist der Nerv gelähmt, der einen der beiden Stellknorpel im Kehlkopf öffnet, fast immer die linke Seite. Dadurch klappt dieser Knorpel bei Belastung in den Atemweg, statt ihn weit zu öffnen. Die einströmende Luft erzeugt das typische pfeifende Geräusch und das Pferd bekommt unter Anstrengung schlechter Luft. Warum der Nerv degeneriert, ist nicht abschließend geklärt, große Pferde mit langem Hals sind besonders betroffen. Für ruhige Freizeitpferde ist das oft kein Problem, sportlich genutzte Pferde brauchen meist eine Operation.
Symptome
- Pfeifendes Atemgeräusch bei Belastung
- Leistungsabfall
- Geräusch hörbar im Galopp
- Atemnot bei hoher Belastung
Ursachen
- Degeneration des linken Kehlkopfnervs als Hauptursache
- Große Körperhöhe und langer Hals bei Warmblütern
- Genetische Veranlagung
- Seltener Folge von Verletzungen oder Infektionen im Halsbereich
- Druck auf den Nerv durch benachbarte Strukturen
So stellt der Tierarzt die Diagnose
Behandlung: der typische Weg
Konservative Behandlung
Bei leichten Fällen ohne sportlichen Einsatz: Keine Behandlung nötig.
Operative Behandlung
Tieback-OP (Laryngoplastik): Der gelähmte Stellknorpel wird dauerhaft fixiert. Alternativ: Ventrikulektomie (Hobday-OP). Beide OPs erfolgen unter Vollnarkose.
Nachsorge
2 bis 4 Wochen Boxenruhe, dann kontrollierter Aufbau. Risiko: Aspirationspneumonie (Verschlucken). Angepasste Fütterung nach OP.
Prognose
Nach Tieback-OP verbessert sich die Leistung bei ca. 70 % der Pferde. Die OP birgt aber ein Restrisiko für Schluckbeschwerden.
Besonders betroffene Rassen
Diese Rassen erkranken statistisch häufiger, grundsätzlich kann es aber jedes Pferd treffen.
Vorbeugung
Kehlkopfpfeifen erfordert oft eine OP, wenn das Pferd sportlich genutzt wird. Die OP-Versicherung deckt die Tieback-OP vollständig ab.
Häufige Fragen
Was kostet eine Kehlkopf-OP beim Pferd?
Für die Tieback-OP (Laryngoplastik) zahlst du 3.000 bis 5.000 EUR inklusive Nachsorge (Stand 2025/2026). Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose, was einen erheblichen Teil der Kosten ausmacht, dazu kommen Klinikaufenthalt und Kontrolluntersuchungen. Wird alternativ oder zusätzlich eine Hobday-OP (Ventrikulektomie) durchgeführt, bewegt sich der Preis in einem ähnlichen Rahmen.
Kann mein Pferd nach der Kehlkopf-OP wieder Sport machen?
Bei etwa 70 % der operierten Pferde verbessert sich die Leistung nach der Tieback-OP deutlich, viele kehren in den Sport zurück. Für den Hochleistungssport reicht es allerdings nicht immer, und die OP birgt ein Restrisiko für Schluckbeschwerden. Plane nach dem Eingriff 2 bis 4 Wochen Boxenruhe, angepasste Fütterung und einen kontrollierten Aufbau ein.
Deckt die OP-Versicherung die Kehlkopf-OP ab?
Ja, die Tieback-OP gehört als chirurgischer Eingriff unter Vollnarkose zum Leistungsumfang der Pferde-OP-Versicherungen. Wichtig ist der Zeitpunkt: Die Versicherung muss vor der Diagnose abgeschlossen sein, sonst gilt das Kehlkopfpfeifen als Vorerkrankung und ist vom Schutz ausgenommen. Bei 3.000 bis 5.000 EUR OP-Kosten macht das einen erheblichen Unterschied.
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