Periodische Augenentzündung (Mondblindheit / ERU) beim Pferd
Augen OP: Hoch

Periodische Augenentzündung (Mondblindheit / ERU)

Equine rezidivierende Uveitis

Die periodische Augenentzündung (ERU) ist die häufigste Erblindungsursache beim Pferd. Es handelt sich um eine autoimmune Entzündung des Augeninneren, die in wiederkehrenden Schüben verläuft. Jeder Schub zerstört mehr Gewebe, bis das Pferd erblindet.

Betroffener Bereich Augen
OP-Kosten ohne Schutz bis 24.000 €

Kosten ohne Versicherung

5.000–24.000 EUR

Durchschnitt: 8.000 EUR

OP-Wahrscheinlichkeit

Hoch

Wie oft die Erkrankung operiert werden muss

Saisonale Häufung

ganzjährig

Kein saisonaler Schwerpunkt

Was ist Periodische Augenentzündung (Mondblindheit / ERU)?

Die periodische Augenentzündung ist eine immunvermittelte Entzündung im Inneren des Auges, die in Schüben verläuft. Das Immunsystem richtet sich gegen körpereigenes Augengewebe, häufig getriggert durch eine frühere Infektion, etwa mit Leptospiren. Jeder Schub hinterlässt Schäden an Regenbogenhaut, Linse und Netzhaut. Zwischen den Schüben wirkt das Auge oft ruhig, doch die stille Entzündung schreitet fort. Über Jahre kann das Auge dadurch erblinden, weshalb frühes Eingreifen so wichtig ist.

Symptome

  • Tränender Augenausfluss
  • Zugekniffenes Auge
  • Trübung der Hornhaut
  • Lichtempfindlichkeit
  • Schwellung der Augenlider
  • Veränderte Pupille

Ursachen

  • Fehlgeleitete Immunreaktion gegen das eigene Augengewebe
  • Frühere Infektion mit Leptospiren als möglicher Auslöser
  • Genetische Veranlagung, etwa bei Appaloosa und Knabstrupper
  • Wiederkehrende Schübe, die jedes Mal Gewebe zerstören
  • Oft keine eindeutige einzelne Ursache fassbar
Im Notfall

Bei einem akuten Schub mit tränendem, zugekniffenem oder getrübtem Auge sollte der Tierarzt umgehend behandeln, denn jeder unbehandelte Schub zerstört Augengewebe. Schnelles Handeln kann bleibende Schäden begrenzen.

So stellt der Tierarzt die Diagnose

1Ophthalmologische Untersuchung2Ultraschall des Auges3Leptospiren-Titer im Blut/Augenkammer

Behandlung: der typische Weg

Konservative Behandlung

Entzündungshemmende Augentropfen (Atropin, Kortikosteroide, NSAIDs), systemische Schmerzmittel.

Operative Behandlung

Vitrektomie (Glaskörper-Entfernung und -Austausch): Entfernt die entzündlichen Mediatoren aus dem Auge. Alternativ: Suprachoroidales Cyclosporin-Implantat. Bei Erblindung: Enukleation (Augenentfernung).

Nachsorge

Nach Vitrektomie: engmaschige augenärztliche Kontrolle über Monate. Langfristig deutlich weniger Schübe.

Prognose

Ohne Behandlung führt ERU oft zur Erblindung. Die Vitrektomie kann bei 80 bis 90 % der Pferde die Schübe stoppen oder deutlich reduzieren.

Besonders betroffene Rassen

Diese Rassen erkranken statistisch häufiger, grundsätzlich kann es aber jedes Pferd treffen.

Vorbeugung

Keine sichere Prävention
Regelmäßige Augenkontrolle
Schnelle Behandlung bei ersten Anzeichen
Gentest bei Risikorassen vor der Zucht
Das bedeutet es für deine Versicherung

Augen-OPs gehören zu den teuersten Eingriffen beim Pferd. Eine OP-Versicherung ist für Rassen mit erhöhtem ERU-Risiko besonders wertvoll.

Häufige Fragen

Was kostet eine Augen-OP beim Pferd?

Eine Vitrektomie kostet 5.000 bis 10.000 EUR pro Auge, bei Spezialbehandlungen oder beidseitigem Eingriff können bis zu 24.000 EUR zusammenkommen (Stand 2025/2026). Damit gehören Augen-OPs zu den teuersten Eingriffen der Pferdemedizin. Dazu kommen engmaschige augenärztliche Kontrollen über Monate, die du bei der Planung mitrechnen solltest.

Kann man Mondblindheit heilen?

Bereits entstandene Schäden an Regenbogenhaut, Linse und Netzhaut lassen sich nicht rückgängig machen. Die Vitrektomie kann die Entzündungsschübe aber bei 80 bis 90 % der Pferde stoppen oder deutlich reduzieren und so das verbliebene Sehvermögen schützen. Je früher eingegriffen wird, desto mehr Augengewebe bleibt erhalten, zögere die Abklärung deshalb nicht hinaus.

Welche Rassen sind besonders gefährdet?

Appaloosas tragen ein 8-fach erhöhtes Risiko, auch Knabstrupper und Isländer sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Bei den Tigerschecken spielt eine genetische Veranlagung eine große Rolle. Wenn du eine dieser Rassen hältst, kontrolliere die Augen regelmäßig und lass jedes tränende oder zugekniffene Auge sofort abklären, jeder unbehandelte Schub zerstört Gewebe.

Deckt die OP-Versicherung Augen-OPs ab?

Ja, die Vitrektomie und andere Augen-OPs gehören bei den meisten OP-Versicherungen zum Leistungsumfang. Bei OP-Kosten von 5.000 bis 10.000 EUR pro Auge ist das einer der wertvollsten Leistungsfälle, besonders für Risikorassen wie Appaloosa oder Knabstrupper. Achte auf eine ausreichende Jahreshöchstleistung und schließe den Schutz ab, bevor erste Schübe dokumentiert sind.

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