Sommerekzem beim Pferd
Haut OP: Niedrig

Sommerekzem

Dermatitis allergica estivalis

Das Sommerekzem ist eine allergische Reaktion auf den Speichel von Culicoides-Mücken (Gnitzen). Betroffene Pferde leiden unter extremem Juckreiz an Mähne, Schweif und Bauch und scheuern sich bis zur offenen Wunde. Es ist die häufigste Hauterkrankung beim Pferd.

Betroffener Bereich Mähne, Schweif & Haut
OP-Kosten ohne Schutz bis 2.000 €

Kosten ohne Versicherung

300–2.000 EUR

Durchschnitt: 800 EUR

OP-Wahrscheinlichkeit

Niedrig

Wie oft die Erkrankung operiert werden muss

Saisonale Häufung

Sommer

Jahreszeit mit erhöhtem Risiko

Was ist Sommerekzem?

Das Sommerekzem ist eine allergische Überreaktion auf den Speichel kleiner Stechmücken, der Gnitzen (Culicoides). Sticht die Mücke, gelangt Speichel in die Haut, worauf das Immunsystem betroffener Pferde mit starkem Juckreiz reagiert. Das Pferd scheuert sich an Mähne, Schweif und Bauch, bis Haare ausfallen und offene, verkrustete Stellen entstehen. Weil die Mücken vor allem in der warmen Jahreszeit fliegen, tritt das Ekzem saisonal von Frühjahr bis Herbst auf. Über die Jahre kann die Haut dauerhaft verdicken und faltig werden.

Symptome

  • Starker Juckreiz
  • Scheuern an Mähne und Schweif
  • Haarverlust
  • Offene Stellen und Krusten
  • Unruhe
  • Verdickte, faltige Haut (chronisch)

Ursachen

  • Allergie gegen den Speichel von Gnitzen (Culicoides)
  • Genetische Veranlagung, vor allem bei Isländern und Robustrassen
  • Haltung nahe Gewässern und feuchten Weiden
  • Hauptflugzeiten der Mücken in Dämmerung und Wärme
  • Fehlende Insektenschutzmaßnahmen
  • Bereits geschädigte, gescheuerte Haut

So stellt der Tierarzt die Diagnose

1Klinisches Bild (saisonal, typische Lokalisation)2Ausschlussdiagnostik3Allergietest (eingeschränkt aussagekräftig)

Behandlung: der typische Weg

Konservative Behandlung

Ekzemerdecke, Insektenschutz (Repellents), Einstallen in der Dämmerung, Kortikosteroide bei akuten Schüben, spezielle Shampoos und Lotionen, Immuntherapie (Desensibilisierung).

Operative Behandlung

Sommerekzem wird nicht operiert.

Nachsorge

Lebenslange Prävention nötig. Saisonales Management von Frühjahr bis Herbst.

Prognose

Sommerekzem ist nicht heilbar, aber gut managebar. Mit konsequentem Insektenschutz und Ekzemerdecke können die meisten Pferde gut leben.

Besonders betroffene Rassen

Diese Rassen erkranken statistisch häufiger, grundsätzlich kann es aber jedes Pferd treffen.

Vorbeugung

Ekzemerdecke von Frühjahr bis Herbst
Einstallen in der Dämmerung (Mücken-Hauptflugzeit)
Insektenrepellents
Futterergänzungen (Zink, Biotin, Omega-3)
Beim Kauf: Herkunft beachten (direkte Island-Importe besonders gefährdet)
Das bedeutet es für deine Versicherung

Sommerekzem ist eine konservativ behandelte Erkrankung und fällt unter die Krankenversicherung. Die OP-Versicherung greift nicht. Die jährlichen Kosten für Management und Behandlung summieren sich.

Häufige Fragen

Was hilft gegen Sommerekzem bei meinem Pferd?

Die wichtigsten Maßnahmen sind eine Ekzemerdecke von Frühjahr bis Herbst, Insektenrepellents und das Einstallen während der Dämmerung, wenn die Gnitzen am aktivsten fliegen. Bei akuten Schüben verschafft der Tierarzt mit Kortikosteroiden Linderung, langfristig kann eine Desensibilisierung versucht werden. Heilbar ist die Allergie nicht, mit konsequentem Management lässt sich der Juckreiz aber deutlich eindämmen.

Welche Rassen sind besonders betroffen?

Am häufigsten trifft es Isländer, rund 20 % sind betroffen, direkte Island-Importe noch deutlich öfter, weil sie die Gnitzen aus ihrer Heimat nicht kennen. Auch Welsh Cobs, Friesen und Tinker erkranken überdurchschnittlich oft. Wenn du eine dieser Rassen kaufen willst, frag gezielt nach Herkunft und bisherigen Ekzem-Anzeichen, das erspart dir böse Überraschungen im ersten Sommer.

Zahlt die Versicherung beim Sommerekzem?

Die OP-Versicherung greift nicht, denn Sommerekzem wird nie operiert. Behandlungskosten wie Kortison, Lotionen und Desensibilisierung übernimmt eine Pferde-Krankenversicherung, allerdings nur, wenn das Ekzem bei Vertragsabschluss noch nicht bestand, sonst gilt es als Vorerkrankung. Gefährdete Rassen wie Isländer solltest du deshalb versichern, bevor die ersten Scheuerstellen auftauchen.

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