Sommerekzem
Dermatitis allergica estivalis
Das Sommerekzem ist eine allergische Reaktion auf den Speichel von Culicoides-Mücken (Gnitzen). Betroffene Pferde leiden unter extremem Juckreiz an Mähne, Schweif und Bauch und scheuern sich bis zur offenen Wunde. Es ist die häufigste Hauterkrankung beim Pferd.
Kosten ohne Versicherung
Durchschnitt: 800 EUR
OP-Wahrscheinlichkeit
Wie oft die Erkrankung operiert werden muss
Saisonale Häufung
Jahreszeit mit erhöhtem Risiko
Was ist Sommerekzem?
Das Sommerekzem ist eine allergische Überreaktion auf den Speichel kleiner Stechmücken, der Gnitzen (Culicoides). Sticht die Mücke, gelangt Speichel in die Haut, worauf das Immunsystem betroffener Pferde mit starkem Juckreiz reagiert. Das Pferd scheuert sich an Mähne, Schweif und Bauch, bis Haare ausfallen und offene, verkrustete Stellen entstehen. Weil die Mücken vor allem in der warmen Jahreszeit fliegen, tritt das Ekzem saisonal von Frühjahr bis Herbst auf. Über die Jahre kann die Haut dauerhaft verdicken und faltig werden.
Symptome
- Starker Juckreiz
- Scheuern an Mähne und Schweif
- Haarverlust
- Offene Stellen und Krusten
- Unruhe
- Verdickte, faltige Haut (chronisch)
Ursachen
- Allergie gegen den Speichel von Gnitzen (Culicoides)
- Genetische Veranlagung, vor allem bei Isländern und Robustrassen
- Haltung nahe Gewässern und feuchten Weiden
- Hauptflugzeiten der Mücken in Dämmerung und Wärme
- Fehlende Insektenschutzmaßnahmen
- Bereits geschädigte, gescheuerte Haut
So stellt der Tierarzt die Diagnose
Behandlung: der typische Weg
Konservative Behandlung
Ekzemerdecke, Insektenschutz (Repellents), Einstallen in der Dämmerung, Kortikosteroide bei akuten Schüben, spezielle Shampoos und Lotionen, Immuntherapie (Desensibilisierung).
Operative Behandlung
Sommerekzem wird nicht operiert.
Nachsorge
Lebenslange Prävention nötig. Saisonales Management von Frühjahr bis Herbst.
Prognose
Sommerekzem ist nicht heilbar, aber gut managebar. Mit konsequentem Insektenschutz und Ekzemerdecke können die meisten Pferde gut leben.
Besonders betroffene Rassen
Diese Rassen erkranken statistisch häufiger, grundsätzlich kann es aber jedes Pferd treffen.
Vorbeugung
Sommerekzem ist eine konservativ behandelte Erkrankung und fällt unter die Krankenversicherung. Die OP-Versicherung greift nicht. Die jährlichen Kosten für Management und Behandlung summieren sich.
Häufige Fragen
Was hilft gegen Sommerekzem bei meinem Pferd?
Die wichtigsten Maßnahmen sind eine Ekzemerdecke von Frühjahr bis Herbst, Insektenrepellents und das Einstallen während der Dämmerung, wenn die Gnitzen am aktivsten fliegen. Bei akuten Schüben verschafft der Tierarzt mit Kortikosteroiden Linderung, langfristig kann eine Desensibilisierung versucht werden. Heilbar ist die Allergie nicht, mit konsequentem Management lässt sich der Juckreiz aber deutlich eindämmen.
Welche Rassen sind besonders betroffen?
Am häufigsten trifft es Isländer, rund 20 % sind betroffen, direkte Island-Importe noch deutlich öfter, weil sie die Gnitzen aus ihrer Heimat nicht kennen. Auch Welsh Cobs, Friesen und Tinker erkranken überdurchschnittlich oft. Wenn du eine dieser Rassen kaufen willst, frag gezielt nach Herkunft und bisherigen Ekzem-Anzeichen, das erspart dir böse Überraschungen im ersten Sommer.
Zahlt die Versicherung beim Sommerekzem?
Die OP-Versicherung greift nicht, denn Sommerekzem wird nie operiert. Behandlungskosten wie Kortison, Lotionen und Desensibilisierung übernimmt eine Pferde-Krankenversicherung, allerdings nur, wenn das Ekzem bei Vertragsabschluss noch nicht bestand, sonst gilt es als Vorerkrankung. Gefährdete Rassen wie Isländer solltest du deshalb versichern, bevor die ersten Scheuerstellen auftauchen.
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